Sonntag, 19. Juli 2009

Anthro-Dogmen


In dem Blog Schachtelhalm gibt´s momentan eine interessante Artikelserie von Christian Grauer unter dem Titel “Spirituelle Aufklärung”. Er schildert seinen ganz persönlichen Entwicklungsprozeß, ausgehend von einer verinnerlichten „anthroposophischen Dogmatik“ in Richtung auf eine existentielle Befreiung von aber auch zur Anthroposophie mithilfe des systematischen Zweifels.
Es geht um anthroposophisch habitualisierte Vorurteile und Denkgewohnheiten, die zwar nicht aus der Anthroposophie selbst entspringen, aber trotzdem aus der Beschäftigung mit ihr entstehen können, und zwar nicht nur gelegentlich! Also eine subjektiv – intersubjektive Thematik.
Ein Text-Beispiel:
“Es gab einen ungeschriebenen Katalog der Gos und Nogos, was anthroposophically correct und incorrect ist.
Gegen Homosexualität, gegen Amerikanismus, gegen Juden, gegen vermeintlich rückständige Kulturen, gegen Materialisten, gegen Wissenschaftler, gegen Fußball, gegen die nichtanthroposophischen Nachbarn, gegen Leistungssport, gegen Popkultur, gegen Rockmusik, im Grunde gegen jede Form von individueller Lebenslust und unprätentiösem Mainstream. Die Vorurteile wurden nicht als offene Diskriminierung formuliert, sondern immer als Diagnose einer Abweichung vom anthroposophischen Ideal und letztlich eines irgend karmischen Entwicklungsdefekts.“
Grauers Befreiungsweg führt den Leser über Nietzsche und Helge Schneider zu Jon Kabat-Zinn und durch einen Nullpunkt…
Die Lektüre ist sehr zu empfehlen – und auch die Kommentare sind nicht ganz uninteressant! Vielleicht kommen zu den bisherigen vier Teilen ja noch weitere hinzu?!

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