Sonntag, 19. Juli 2009

Priesterweihen in Hamburg

Bei der Hochzeit zu Kana weist Maria darauf hin, dass der Wein ausgehe. Jesus reagiert darauf in zweifacher Weise. Erstens mit einer Frage, die auf das Verhältnis von ICH und Christus abzielt (Was webt zwischen mir und dir?). Zweitens mit einer Wandlungstat (Aus Wasser wird Wein).
Am Vorabend der zweiten Priesterweihe in der Johannes-Kirche der Christengemeinschaft in Hamburg hielt Peter van Breda (Pfarrer in London) gestern einen beeindruckenden einführenden Vortrag. Einer der vielen interessanten Gedanken war folgender: Die oben erwähnte Evangelienstelle sei – wenn ich ihn richtig verstanden habe – zu sehen als ein Hinweis auf priesterliches Wirken. Jemand, der die Priesterschaft anstrebt, trägt die oben erwähnte Frage immer in sich: In welches Verhältnis kann ich mich zur Christus-Kraft setzten? Wie kann ich Bedingungen für ihre dauernde Anwesenheit schaffen?
Die Christus-Tat, die dann in Kana folgt, ist eine Wandlung von Substanzen. Dies erscheint wie eine Art Hindeutung des Abendmahlgeschehens und Maria kommt dabei eine priesterliche Rolle zu, denn sie leitet es durch ihre Worte ein. Sie vermittelt gewissermaßen Erd- und Himmelsvorgänge.
Es gibt also im Johannes-Evangelium nicht nur die bekannte Stelle ganz am Schluß, die auf das Priestertum hinweist – das Gespräch mit Petrus und Johannes – sondern eben auch diese ganz am Anfang.
Spannend ist das Ganze auch dann, wenn man einmal “Christus-Kraft” durch “Ich-Kraft” ersetzt. (Und dies sollte man wenn´s um Christus geht doch immer tun?!) Die Frage nach meinem Verhältnis zur Christus-Kraft wird dann zur Frage nach meiner Geistesgegenwart, nach meiner Gegenwärtigkeit, nach meiner aktuellen freien individuellen Schöpferkraft. Das Thema der Wandlung wird dann zu einem Thema meiner eigenen Umbau-Potentiale, meiner eigenen Entwicklungsprozesse – und dies ist dann eben nicht nur für Priester interessant!
An Herrn Breda meinen Dank für den schönen Vortrag!
An die Neugeweihten meine allerbesten Wünsche für die Zukunft!
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