Dienstag, 1. September 2009

Christian Rosenkreuz im Rudolf Steiner Haus Hamburg

Der Sommer neigt sich dem Ende, die Saison beginnt wieder! Das Programm des Rudolf Steiner Hauses Hamburg bietet in diesem Herbst viel Interessantes zum Thema "Christian Rosenkreuz". Mit Spannung erwarte ich die große internationale Tagung im Oktober zu diesem Thema! Hier geht´s zum Programm.

Als Vorbereitung darauf lese ich gerade das Büchlein von Karl Heyer "Geschichtsimpulse des Rosenkreuzertums" aus den 30er Jahren (das leider bei mir im Antiquariat nicht zu haben ist, da ich mein Exemplar behalten möchte. Man bekommt es aber bei Eurobuch. Es gibt auch eine Neuauflage vom Perseus Verlag!)

Karl Heyer leistet auf diesen gut 100 Seiten Beträchtliches. Er berichtet über die Quellen des Rosenkreuzertums aus der Tradition der Gralsströmung und der Templer, die um das esoterische Christentum bemüht sind. Er skizziert die Entstehung dessen, was man heute landläufig als Rosenkreuzertum bezeichnet, das jedoch bereits im Mittelalter wurzelt. Und er zeichnet die historische Entwicklung Europas vor dem Hintergrund der rosenkreuzerischen Impulse nach, die Wichtigstes veranlagen wollten und in Vielem gescheitert sind.

Ein Anliegen der Rosenkreuzer war eine andere Art der Naturerkenntnis und Naturwissenschaft zu ermöglichen als die, die sich dann durchsetzte. Eine Naturbetrachtung war gewollt, die nicht so vollständig alle spirituellen Bezüge verneint, wie die heut-etablierte.
Ein anderer Impuls richtete sich immer auch auf die Sozialgestaltung europäischer Gesellschaften. Interessant ist bei Heyer zu lesen, wie solche sozial-politischen Ideen im Laufe der Geschichte Verzerrungen und Verdrehungen erfuhren.

Der Geschichtsstrom wird verfolgt über die Französische Revolution bis hin zu Goethe und Lessing, bei denen Rosenkreuzerisches auf künstlerische Weise wiedererschien.
Aber Heyer betreibt auch Quellenstudien der rosenkreuzerischen Werke, die Anfang des 17. Jahrhunderts öffentlich wurden und schreibt Interessantes über Johann Valentin Andreae und den Grafen Saint-Germain.
Eine wirklich lohnende Lektüre, die man sicher nicht nur einmal zu sich nimmt.
Biografisches über Karl Heyer findet sich übrigens hier.


Zum Foto: © boeboe / PIXELIO

Kommentare:

  1. Danke liebe Ruth,
    für die Ausführungen von Karl Heyer zum Rosenkreutzertum. Vom traditionellen Christentum kommend, habe ich nämlich neuzeitlichen Nachholbedarf. Ist dir auch schonmal aufgefallen, dass an innovativem Christentum seit dieser Zeit sehr, sehr vieles von freien Christen angestoßen wurde?
    Ich habe eine neue Bekannte, die sehr gerne liest und auch recht vielseitig, da sie aber vieles neu zu entdecken hat, liest sie mehr als sie spontan zurückgeben kann.

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  2. Liebe Maurulam,
    die Christengemeinschaft, die ja die Bewegung für religiöse ERNEUERUNG ist (oder sein sollte, bleiben sollte, werden sollte ??) hat schon auch viele gute Bücher übers Christentum hervorgebracht, finde ich. Emil Bock, Rudolf Meyer und wie die Alten alle heißen... Gehaltvoll finde ich auch die DDR-Veröffentlichungen über die CG aus den 80ern. Neueres kenn ich gar nicht so viel.
    Liebe Grüße
    (ich werd jetzt dem Rechner mal etwas Nachtruhe gönnen)

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  3. Stimmt - es ist wohl einfach auch deshalb, weil man es sich mit seinem Bücherwissen zwar gemütlich machen kann, aber es eigentlich mit anderen geteilt werden will. Das soll diese Erneuerung ja auch wirklcih ermöglichen.

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