Samstag, 21. November 2009

Das Richtige aus Eigenem finden?


"Nicht darauf kommt es an, dass ich etwas anderes meine als der andere, sondern darauf, dass der andere, das Richtige aus Eigenem finden wird, wenn ich etwas dazu beitrage."
Das Gefühl Recht zu haben und Recht behalten zu wollen, kennt jeder. Jemanden zu überzeugen oder mit "schlagenden" Argumenten zu bedenken, gibt eine gewisse Befriedigung. Unsere ganze Kultur, die gesamte politische Sphäre ist davon aufs Peinlichste geprägt. Sie hat einen Kampfcharakter. 
Mir ist der Gedanke - obgleich zuerst sehr ungewohnt - ausgesprochen sympatisch und angenehm, andere nicht überreden, überzeugen, in mein Boot zerren zu müssen. Diese Haltung kann Gespräche so herrlich entspannen und lockern. Es fördert die Gelassenheit, wenn man sich sagt: "Ich sollte meinen Gesprächspartner gar nicht ändern WOLLEN".
Den zweiten Teil des Steinerschen Satzes finde ich etwas brisant. Es kann doch wohl nicht gemeint sein, dass A sich strategisch Dinge überlegt, die er beitragen kann um B dazu zu bringen etwas "Richtiges aus Eigenem" zu finden, das A schon kennt und nur herauskitzeln möchte !? Das geht vielleicht bei Kindern. Aber im Bezug auf Erwachsene wäre diese Haltung doch  pädagogisch und damit unstatthaft!? Welche Art des eigenen Beitragens kann gemeint sein? Doch wohl nur die, dass ich durch mein ehrliches, authentisches Sein in irgendeiner Schicht auf den anderen wirke?! 

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