Freitag, 10. September 2010

Anthro-Antiquariat.de goes Priesterseminar

Liebe Leute,
da ich ab Mitte September wieder ein Semester am Priesterseminar der Christengemeinschaft Hamburg studieren werde, gibt´s bis zum März 2011 keine neuen Blogbeiträge mehr! Dazu ist zu wenig Zeit.
Aber Sie können gern weiterhin Bücher bestellen - über diese Homepage oder auch per E-Mail, jedoch nicht mehr telefonisch! Büchersendungen innerhalb Deutschlands werden wie immer innerhalb von 24 Stunden versandfertig sein. Regelmäßige Newsletter wird es auch erst wieder ab Sommer 2011 geben. Aber die Zeit vergeht ja, wie wir alle wissen, ungeheuer schnell.


____________________________________________________

Freitag, 27. August 2010

Wind und Wetter

"Die Art und Weise, wie heute auf der Erde Wind und Wetter verlaufen, wie also der Rhythmus unseres äußeren Klimas sich vollzieht, ist im wesentlichen das Fortschwingen von Rhythmen, die durch das Rechtsleben im sozialen Organismus vergangener Zeiten veranlaßt worden sind. Dasjenige,was als Rechtsgebiet sich um uns herum entwickelt, ist nicht etwas bloß Abstraktes, was die Menschen begründen, was entsteht und wieder verschwindet, sondern das, was zunächst ideell ist was zunächst im Rechtsgebiete lebt, es lebt in einer späteren Zeit des Erdendaseins in der Atmosphäre, in den Schwingungen, in der ganzen Konfiguration, in den Bewegungen der Atmosphäre."
GA 199 13. Vortrag, S. 218.

Montag, 9. August 2010

Stimmungsaufheller

Was man in Büchern alles so findet: Kinderbilder als Lesezeichen - sehr beliebt!
















.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Aussagen Rudolf Steiners zur Wiederkunft Christi : Eine Textsammlung auf der Grundlage von "Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt" GA 118


Heute möchte ich ein wenig Werbung in eigener Sache machen: In der gemeinsamen Arbeit einiger Freunde in der Karwoche 2010 entstand diese kleine Textsammlung zur Wiederkunft des ätherischen Christus.
Ich habe sie in einem book-on-demand-Verlag veröffentlicht und sie ist nun im Buchhandel erhältlich!
Rudolf Steiner äußerte sich 1910 zum ersten Mal und seit dem immer wieder über "Das Ereignis der Christus-Erscheinung in der ätherischen Welt". In der gleichnamigen GA 118 berichtet er darüber in diversen Städten.
Die Textsammlung versucht nun wesentliche Zitate daraus thematisch gebündelt und zusammenfassend darzustellen. So geht es u.a. um das moderne neue Hellsehen - eine Fähigkeit auch "unvorbereiteter" Menschen, um die Evangelien, um das Damaskus-Erlebnis des Paulus, um die Verstorbenen und auch um die Rolle der Anthroposophie.
Das Heftchen hat einen Umfang von 28 Seiten und kostet 4,50 Euro.
Es ist zu bekommen bei amazon, im Verlagsshop von epubli und im stationären Buchhandel.
Es sind aber auch Direktbestellungen bei Anthro-Antiquariat möglich, (per email Antiquariat-Jaeger@posteo.de) oder per Klick auf´s Foto und Warenkorbfunktion. Die Lieferzeit ist dann erheblich kürzer, weil ich einige Exemplare im Lager habe. 

Samstag, 17. Juli 2010

Etwas Prinzipielles

„Etwas ganz Prinzipielles kann es im Leben der Welt überhaupt nicht geben, sondern es kann nur das sich im Leben Verwandelnde geben.“
R. Steiner
.

Dienstag, 22. Juni 2010

Wieder zurück !

Der Urlaub war wunderschön, aber viel zu kurz.
In Pisa und Florenz sah ich zum ersten Mal Antiquariats-Marktstände mitten im Touri-Getümmel. Dort wurden Bild- und Kunstbände angeboten. Der Kundenandrang hielt sich allerdings in Grenzen. Trotzdem eine gute Idee. Vielleicht stell ich mich mal mit einem Tapeziertisch voller Bücher an die Hamburger Landungsbrücken!

Montag, 7. Juni 2010

Philosophie der Freiheit - Kapitel 4 - Die Wahrnehmung

Als „naiven Realismus“ bezeichnet Steiner die Ansicht, dass unsere Wahrnehmungen eins zu eins mit dem übereinstimmen, was „außen“ auch vorhanden sei - der „naive Mensch“ betrachtet seine Wahrnehmungen als objektiv gegeben.
Nun ist es ja aber so, dass das, was wir als Ton, Schall wahrnehmen, in der Außenwelt als physikalische Schwingung gemessen werden kann. Die Schwingung selbst ist aber nicht das, was wir als Erlebnis in uns vorfinden, wenn wir einen Ton hören. Es gibt Menschen, die farbenblind sind. Diese haben ganz andere Wahrnehmungsbilder als gesund sehende Menschen.
Diese beiden Beispiele zeigen, dass unsere Wahrnehmungsbilder zunächst subjektiv sind. Das heißt, sie sind abhängig von unserem Organismus, von der Organisation unserer Sinnesorgane und haben nicht etwa einen rein objektiven Charakter. Wenn ich mich von einem gesehenen Baum abwende, gibt es für mich nur noch die Vorstellung, die Erinnerung an ihn.
In der Philosophiegeschichte hat diese Feststellung zu der Annahme geführt, dass wir über die die Wahrnehmungen veranlassenden Dinge an sich nichts unmittelbar erfahren können.
Eine noch weitergehende Ansicht meint sogar, dass es konsequent gedacht gar nichts Objektives gäbe, was den Wahrnehmungen zu Grunde liegt. Man kam auf die Idee, dass der Ton abgesehen vom Akt des Wahrgenommenwerdens kein eigenes Dasein, keine eigene Existenz habe. Denn alles, was wir als Erkenntnisgegenstand haben, sei die Veränderung, die Modifikation, unseres Organismus, z.B. der Reiz unserer Haut beim Tasterleben. „Nehme ich von einem Tische Gestalt, Ausdehnung, Farbe usw., kurz alles, was nur meine Wahrnehmung ist, weg, so bleibt nichts mehr übrig.“ Unsere Sinne können uns nur das überliefern, „was in ihnen selbst vorgeht, nichts aber von der Außenwelt. Sie bestimmen die Wahrnehmungen je nach ihrer Natur.“ Diese Schlussfolgerung bezeichnet Steiner als eine Verkennung des Verhältnisses von Vorstellung und Gegenstand.
Er zeichnet im vierten Kapitel den Gedankengang dieser Theoretiker mehrfach nach: In der Seele erscheint durch die Wahrnehmung eines roten Körpers die Farbe rot. Im Auge ist aber beim Sehen kein Rot zu finden, sondern nur ein chemischer oder physikalischer Vorgang. Dieser wird durch den Nerv zum Gehirn geleitet, auch dort findet man nicht die Farbe, sondern nur Hirnprozesse, die bewirken, dass wir in der Seele einen roten Körper erleben. Wo der „naive Mensch“ also draußen im Raum einen roten Körper vorhanden meint, wird hier nur ein Erzeugnis der Seele gesehen.
Steiner weist diesen Theoretikern, die er kritische Idealisten nennt, nun einen Denkfehler nach: Wer davon ausgeht, das die äußere Wahrnehmung, z.B. eines Tisches keinen objektiven Bestand habe, da sie nur eine Modifikation des seelischen Zustandes sei, der muss diese Idee auf alle Wahrnehmungen gleichermaßen übertragen. Dies konsequent vollzogen hieße aber, dass auch das wahrnehmende Auge, das hörende Ohr keine einfach gegebenen Gegenstände sind, sondern ebenso nur subjektive Vorstellungen. „Ich kann nicht sagen: meine Vorstellung des Gegenstandes wirkt auf meine Vorstellung des Auges, und aus dieser Wechselwirkung geht die Vorstellung der Farbe hervor.“
Der Fehler des kritischen Idealismus besteht also darin, dass er einerseits bestreitet, Gegenstände könnten ein naiv wahr genommenes äußeres Dasein besitzen, andererseits den Sinnesorganen aber genau solch eine äußere Existenz zuspricht. Der kritische Idealismus macht eine Anleihe beim naiven Realismus, den er doch eigentlich zu überwinden meint. „Der kritische Idealismus kann den naiven Realismus nur widerlegen, wenn er selbst in naiv-realistischer Weise seinen eigenen Organismus als objektiv existierend annimmt.“ Wäre er konsequent müsste er auch seine subjektive Organisation als „bloßen Vorstellungskomplex ansehen. Damit geht aber die Möglichkeit verloren, den Inhalt der wahrgenommenen Welt durch die geistige Organisation bewirkt zu denken“.

Bildnachweis hier
- 

Montag, 31. Mai 2010

Philosophie der Freiheit - Kapitel 4

Zu Beginn des vierten Kapitels präzisiert Steiner den Begriff des Denkens:
Das Denken ruht in sich selbst und hat eine durch nichts bestimmte Natur – anders als die Begriffe, die durch das Denken erst entstehen. Begriffe, Begriffsysteme und Ideen entstehen beispielsweise beim Beobachten eines Baumes durch das Denken, indem zur Beobachtung des Baumes der Begriff als ideelles Gegenstück hinzutritt. Beim Betrachten des Baumes kommt mir der Begriff des Baumes.
Begriffe werden zur Beobachtung hinzugefügt. Verschwindet der Baum aus dem Gesichtsfeld, bleibt das ideelle Gegenstück, der Begriff erhalten.
Erkennen wir beispielsweise ein Geräusch als die Ursache von etwas, haben wir schon einen Denk-, einen Begriffsprozess gegenüber einer Beobachtung vollzogen. „Diese Begriffe, Ursache und Wirkung, kann ich aber niemals durch bloße Beobachtung, und erstrecke sie sich auf noch so viele Fälle, gewinnen. Die Beobachtung fordert das Denken heraus, und erst dieses ist es, das mir den Weg weist, das einzelne Erlebnis an ein anderes anzuschließen.“

Nun wendet sich die Betrachtung dem menschlichen Bewusstsein zu: Im Bewusstsein begegnen sich Begriff und Beobachtung, und werden miteinander verbunden. Das Bewusstsein schafft also Begegnung und Vermittlung. Beobachtete Gegenstände erscheinen dem Bewusstsein als gegeben, sie treten einfach auf, das Bewusstsein ist gewissermaßen passiver Schauplatz; im Denken aber erlebt sich das Bewusstsein als aktiv. Der Mensch „betrachtet den Gegenstand als Objekt, sich selbst als das denkende Subjekt. Weil er sein Denken auf die Beobachtung richtet, hat er Bewusstsein von den Objekten; weil er sein Denken auf sich richtet, hat er Bewusstsein seiner selbst oder Selbstbewusstsein. Das menschliche Bewusstsein muss notwendig zugleich Selbstbewusstsein sein, weil es denkendes Bewusstsein ist. Denn wenn das Denken den Blick auf seine eigene Tätigkeit richtet, dann hat es seine ureigene Wesenheit, also sein Subjekt, als Objekt zum Gegenstande.
Nun darf aber nicht übersehen werden, dass wir uns nur mit Hilfe des Denkens als Subjekt bestimmen und uns den Objekten entgegensetzen können. Deshalb darf das Denken niemals als eine bloß subjektive Tätigkeit aufgefasst werden. Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese beiden Begriffe ebenso wie alle anderen. Wenn wir als denkendes Subjekt also den Begriff auf ein Objekt beziehen, so dürfen wir diese Beziehung nicht als etwas bloß Subjektives auffassen. Nicht das Subjekt ist es, welches die Beziehung herbeiführt, sondern das Denken. Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist; sondern es erscheint als ein Subjekt, weil es zu denken vermag. Die Tätigkeit, die der Mensch als denkendes Wesen ausübt, ist also keine bloß subjektive, sondern eine solche, die weder subjektiv noch objektiv ist, eine über diese beiden Begriffe hinausgehende. Ich darf niemals sagen, dass mein individuelles Subjekt denkt, dieses lebt vielmehr von des Denkens Gnaden. Das Denken ist somit ein Element, das mich über mein Selbst hinausführt und mit den Objekten verbindet. Aber es trennt mich zugleich von ihnen, indem es mich ihnen als Subjekt gegenüberstellt.“ S. 60 

Fotonachweis: hier


Dienstag, 25. Mai 2010

Der Umgang mit den Menschen kommt abhanden

"Wer den Umgang mit den Göttern scheut, dem kommt abhanden der Umgang mit dem überphysischen Menschen, mit den Menschen, die hier auf der Erde leben. Wir brauchen einfach den Umgang mit den Göttern, um den Umgang mit den Menschen in der rechten Weise vollenden zu können, und wir brauchen den Umgang mit den
Göttern so, daß sich unser Geistig-Seelisches nach diesen Göttern hinwendet –
nicht bloß unsere Gedanken, da werden wir pantheistisch oder so etwas –, sondern
es muß sich unser ganzer Mensch hinwenden."
Rudolf Steiner GA 198
.

Freitag, 30. April 2010

Blumenwiesen für Bienen in Hamburg

Auszug aus der Seite www.bienenstaat.net: "Im Projekt ›Eingriffe in öffentlichen Raum: Blütenträume‹ wird die Ansaat von blühenden Wild- und Kulturpflanzen auf privaten und öffentlichen Flächen und Brachen initiiert, um in Hamburg neue Lebensräume (Bienenweiden) für die Honigbiene zu schaffen. Jeder Bürger ist eingeladen mitzumachen und damit bewusst in öffentlichen Raum einzugreifen und ihn für Natur und Mensch zu gestalten. Der erzeugte Honig steht auch als Bild für geistigen Nährstoff.
Entstanden ist das Projekt ›Eingriffe in öffentlichen Raum: Blütenträume‹ im Seminar Sozialer Organismus an der Freien Kunstschule Hamburg – FIU. Ausgehend von Fragen nach Werkzeugen zur Gestaltung unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens, Werkzeugen zur Arbeit an der ›Sozialen Plastik‹, haben wir unterschiedliche in diesem Zusammenhang not-wendige Begriffe angeschaut: Arbeit und Einkommen, Kunst und Kapital, Kreativität und Eigentum, Demokratie."

.

Sonntag, 25. April 2010

Rudolf Steiner im Klartext

steiner-klartext.net
Diese Seite veröffentlicht Fotos oder Scans der Originalmitschriften von Steiners Vorträgen als pdf-Dateien. Bislang gibt´s offenbar die Vorträge, die 1922 bis 24 gehalten wurden. Vortragstitel und andere Daten werden übernommen von steinerquellen.de. Scheinbar sind bislang 205 Dokumente online.

-----------------------------------------------------------

Hier geht es zu unserem Buchangebot: 
"GAs/Vorträge von Rudolf Steiner"

----------------------------------------------






Mittwoch, 14. April 2010

Widerspruch ?

Die Logik geht darauf aus, wenn sie irgendwo einen Widerspruch findet, ihn zu beseitigen. Aber die Logik weiß heute noch nicht, was sie damit tut: Die Logik selber tötet für das menschliche Auffassen mit dem Hinwegräumen des Widerspruches das Leben. Deswegen kommt der Mensch nur zu einer Auffassung des Lebendigen, wenn er über die Logik hinaufsteigen will zu Imagination, Inspiration und Intuition.
Rudolf Steiner, GA 188
.
.

Freitag, 9. April 2010

150 Jahre Rudolf Steiner 2011

Anlässlich des 150sten Geburtstages von Rudolf Steiner gibt es seit Februar eine Webseite zur Übersicht über die Veranstaltungen zum Thema.
"Da Rudolf Steiner in einer Bahnstation geboren, in zwei weiteren aufgewachsen ist und sein weiteres Leben in bestimmender Weise von innerer und äußerer Beweglichkeit geprägt war, entstand die Idee eines Rudolf-Steiner-Sonderzuges, der in physischer wie virtueller Form durch die Gesellschaft ziehen könnte. So können jetzt auf der Webseite bereits "Reisebegleiter" in Form von Sponsoren, Veranstaltern und Medienpartners mit einsteigen sowie Passagiere mit vielfältigesten Aktionen mit auf den Zug aufspringen." (Aus Anthroposophie weltweit Nr. 3/10)
Mehr Infos findet man unter www.rudolf-steiner-2011.com
.

Dienstag, 6. April 2010

Link-Tipp: Atomausstieg selber machen

Zitat aus der Seite: "Seit 1998 können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Stromanbieter in Deutschland frei auswählen. Machen Sie von Ihrem Recht gebrauch und wechseln Sie zu einem echten Ökostromanbieter, der unabhängig von der Atomindustrie ist! Die Atomkraftwerks-Betreiber E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW machen immer größeren Druck, damit ihre Reaktoren nicht wie vereinbart abgeschaltet werden müssen. Gleichzeitig beweisen Störfälle in AKW und Atommüll-Endlagern, dass Atomkraft unsicher ist. Wir rufen die Menschen in Deutschland auf, selbst aktiv zu werden. Sie haben es in der Hand!"

Und nochwas: Am 24.4 gibts ne Menschenkette von Brunsbüttel quer durch Hamburg nach Krümmel
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/menschenkette.html
Ich bin zwar sehr skeptisch, ob solche Aktionen etwas bringen, aber schaden kann´s wohl nicht!

.
.

Sonntag, 4. April 2010

Ostern

"Was der Mensch als Persönlichkeit errungen hat, bleibt ihm, weil es einverleibt ist der Individualität und diese es fortträgt in die folgenden Inkarnationen. Haben wir aus unserem Leib etwas gemacht, was einen eigenartigen Charakter hat, so steht dieser Leib, diese Kraft, die da gearbeitet hat, wieder auf. So viel wir an uns selbst gearbeitet haben, so viel wir aus uns selbst gemacht haben, ist unverloren an uns."
Rudolf Steiner, GA 54
Bild: Auferstehung
.

Freitag, 2. April 2010

Karfreitag

"Leiden ist eine Begleiterscheinung der höheren Entwickelung. Es ist das, was man nicht entbehren kann zur Erkenntnis. Der Mensch wird sich einst sagen: Was mir die Welt an Freude gibt, dafür bin ich dankbar. Wenn ich aber vor die Wahl gestellt werde, ob ich meine Freuden oder meine Leiden behalten will, so werde ich die Leiden behalten wollen; ich kann sie nicht entbehren zur Erkenntnis. Jedes Leiden stellt sich nach einer gewissen Zeit so dar, daß man es nicht entbehren kann, denn wir haben es als etwas in der Entwickelung Enthaltenes aufzufassen. Es gibt keine Entwickelung ohne Leiden."
Rudolf Steiner, GA 110



.

Freitag, 26. März 2010

Christus in mir

Christus in mir,
Christus vor mir,
Christus hinter mir,
Christus in mir,
Christus unter mir,
Christus über mir.

Aus: Maria Schindler - Columban.





Bild mit freundlicher Genehmigung
von Jörg Länger www.Laenger.com
.

Samstag, 20. März 2010

Anthro-Link-Tipp: Enzyklopädie zu Schriften und Vorträgen Rudolf Steiners

Seit September 2009 ist laut Anthrolexus diese neue Computer-Version der Enzyklopädie, als Vorstufe für eine gedruckte Neuauflage des Werkes von Urs Schwendener in doppelter Größe online.
Die alphabetische Themen- und Stichwortliste liefert von A - "Entwurf einer Eurythmiefigur des Lautes A" über K - "Kommunismus im alten China" bis Z - "Zyklopenauge" eine unglaubliche Fülle an Inhalten und Zitaten der Schriften und Vorträge Rudolf Steiners. Es ist eine reine Freude dort rumzustöbern!
Die erste Ausgabe des Werks war erschienen als "Anthroposophie, die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners : Lexikalische Zusammenstellung des Gesamtwerkes von Rudolf Steiner, editiert und illustriert von Urs Schwendener. 14 Bände (ca. 6600 Seiten) Verlag Freunde geisteswissenschaftlicher Studien", ist aber wohl nicht mehr erhältlich. Dann und wann findet man bei ebay jedoch noch die CD-Rom im Angebot.

Donnerstag, 18. März 2010

Mein Glaube

Ich glaube, dass die schöne Welt regiere
Ein hoher, weiser, nie begriff'ner Geist,
Ich glaube, dass Anbetung ihm gebühre,
Doch weiß ich nicht, wie man ihn würdig preist.

Nicht glaub' ich, dass der Dogmen blinder Glaube
Dem Höchsten würdige Verehrung sei,
Er bildet uns ja, das Geschöpf im Staube,
Vom Irrtum nicht und nicht von Fehlern frei.

D'rum glaub' ich nicht, dass vor dem Gott der Welten
Des Talmud und des Alkoran
Bekenner weniger als Christen gelten;
Verschieden zwar, doch alle beten an!

Ich glaube nicht, wenn wir vom Irrwahn hören,
Der Christenglaube mache nur allein
Uns selig! wenn die Finsterlinge lehren:
"Verdammt muss der Andersdenker sein!"

Das hat der Weise, der einst seine Lehre
Mit dem Tod besiegelt, nie gelehrt;
Das hat fürwahr - dem Herrlichen sei Ehre -
Kein Jünger je aus seinem Mund gehört!

Er lehrte Schonung, Sanftmut, Duldung üben,
Verfolgung war des Hohen Lehre fern;
Er lehrt' ohn' Unterschied die Menschen lieben,
Verzieh dem Schwachen und dem Feinde gern.

Ich glaube an des Geistes Auferstehen,
Dass, wenn dereinst das matte Auge bricht,
Geläuterter wir dort uns wiedersehen,
Ich glaub' und hoff' es! doch ich weiß es nicht.

Dort, glaube ich, werd' ich die Sehnsucht stillen,
Die hier das Herz oft foltert und verzehrt,
Die Wahrheit, glaub' ich, wird sich dann enthüllen
Dem Geiste dort, dem hier ein Schleier wehrt. ?

Ich glaube, dass für dieses Erdenleben,
Glaub's zuversichtlich, trotz der Deutlerzunft,
Zwei schöne Güter mir der Herr gegeben,
Das eine Herz, das andere heißt Vernunft.

Die letzt're lehrt mich prüfen und entscheiden,
Was ich für Recht und Pflicht erkennen soll,
Laut schlägt das Erst're bei des Bruders Freuden,
Nicht minder, wenn er leidet, warm und voll!

So will ich denn mit regem Eifer üben,
Was ich für Wahrheit und für Recht erkannt,
Will brüderlich die Menschen alle lieben,
Am Belt, am Hudson und am Ganges-Strand.

Ihr Leid zu mildern und ihr Wohl zu mehren
Sei jederzeit mein herzlichster Beruf,
Durch Taten glaub' ich würdig zu verehren
Den hohen Geist, der mich und sie erschuf.

Und tret' ich dann einst aus des Grabes Tiefen
Hin vor des Weltenrichters Angesicht,
So wird er meine Taten strenge prüfen,
Doch meinen Glauben? Nein, das glaub' ich nicht!
(Ignaz Heinrich Freiherr von Wessenberg 1774-1860)

Dies "Glaubensbekenntnis" sah ich als gerahmtes Bild in der Wohnung einer christlichen Jüdin, die den Nationalsozialismus nur lebend überstand, weil sie in einer "privilegierten Mischehe" lebte. Die Menschenliebe, die aus diesen Zeilen spricht und der versöhnliche Ton sind für mich unglaublich berührend.

Der Verfasser Wessenberg war offenbar ein katholischer Geistlicher, der wegen seiner freiheitlichen Gesinnung, seiner Ämter enthoben wurde.
.

Montag, 8. März 2010

Artikel 10 zur "Philosophie der Freiheit"

Im weiteren Verlauf nimmt das 3. Kapitel dann eine Wendung: Die Beobachtung des Denkens ist doch möglich - und sie ist sogar die wichtigste Beobachtung, die wir überhaupt machen können: 
- Jeder normal organisierte Mensch hat die Fähigkeit das Denken zu beobachten.
- Dies ist die allerwichtigste Beobachtung, die er machen kann und damit ist ein fester Punkt gewonnen.
- Wir erkennen das Denken unmittelbarer und intimer als jeden anderen Prozess in der Welt, gerade weil wir es selbst hervorbringen
- In meinem Denken erfasse ich mich in meiner ureigensten Tätigkeit.
- „Wenn ich aber mein Denken betrachte, so ist kein solches unberücksichtigtes Element vorhanden. Denn was jetzt im Hintergrunde schwebt, ist selbst wieder nur das Denken. Der beobachtete Gegenstand ist qualitativ derselbe wie die Tätigkeit, die sich auf ihn richtet. Und das ist wieder eine charakteristische Eigentümlichkeit des Denkens. Wenn wir es zum Betrachtungsobjekt machen, sehen wir uns nicht gezwungen, dies mit Hilfe eines Qualitativ-Verschiedenen zu tun, sondern wir können in demselben Element verbleiben.“
Das heißt also in der Beobachtung des Denkens wird das Beobachten ein Denken. Beides (vorher als Urgegensatz bezeichnet) fällt in eins zusammen!
- Man entschlüpft dem Denken nicht. Beim Betrachten des Denkens, komme ich aus ihm nicht heraus. 
Und als drittes ist dann noch das ICH mit im Bunde (-eine Art Dreieinigkeit):
- Das „Ich“ selbst ist es, das im Denken drinnen stehend seine Tätigkeit beobachtet. Das „Ich“ steht nicht außerhalb des Denkens.
- Das Denken ist das im „Ich“ selbst als überschaubare Tätigkeit hervorgebrachte. Dies kann man einfach beobachten.  
- Nur in der Betätigung des Denkens weiß sich das „Ich“ bis in alle Verzweigungen der Tätigkeit  mit dem Tätigen als ein Wesen. Bei keiner anderen Seelentätigkeit ist dies restlos der Fall.
- „Mein Suchen kommt erst auf einen festen Grund, wenn ich ein Objekt finde, bei dem ich den Sinn seines Daseins aus ihm selbst schöpfen kann. Das bin ich aber selbst als Denkender, denn ich gebe meinem Dasein den bestimmten, in sich beruhenden Inhalt der denkenden Tätigkeit.“
Zum Verständnis dieses Verhältnisses müssen wir die Theorie von "Subjekt und Objekt" bereits überwunden haben. 
- Wir müssen erst das Denken ganz neutral, ohne Beziehung auf ein denkendes Subjekt oder ein gedachtes Objekt betrachten. Denn in Subjekt und Objekt haben wir bereits Begriffe, die durch das Denken gebildet sind. 
.

Freitag, 5. März 2010

Selbstgemachte Weltgeschichte auf einen Blick

Was man in Büchern alles so findet: Eine sogenannte "Synchron-Schautabelle" zum Selbst-Eintragen der historischen Ereignisse. Letzter Eintrag: 1940.

 

 

Hier übrigens unser Buchangebot aus dem Gebiet GESCHICHTE
.

Mittwoch, 3. März 2010

Artikel 9 zur "Philosophie der Freiheit"

Im dritten Kapitel beginnt Steiner das Verhältnis von Beobachtung und Denken zu beschreiben: Unseren Beobachtungsgegenständen fügen wir denkend Begriffe hinzu, um Zusammenhänge herzustellen, oder - einfacher ausgedrückt - um Zusammenhänge zu verstehen. Bei diesem Vorgang ist die Beobachtung das uns Gegebene, sie kommt quasi „von Außen“ an uns heran, ohne das wir aktiv werden müssen. (Natürlich ist die Bezeichnung „von Außen“ insofern falsch, als dass auch Empfindungen, Phantasiegebilde, Vorstellungen... die ja von innen aufsteigen, zur Beobachtung zählen. Die Bezeichnung will nur verdeutlichen, dass etwas wie an einen Innenraum herantritt.)  Das Denken dagegen entspringt unserer eigenen Tätigkeit, ist unser Eigenstes. Das Verhältnis von Beobachtung und Denken ist eine „Urzweiheit“.

Vielleicht macht es Sinn Steiners Beschreibungen, des Denkens einmal nebeneinander zu stellen, und zwar im Hinblick auf das, was uns auf den ersten Blick als widersprüchlich erscheinen muss:

- Das Denken hat den Zweck Begriffe zu bilden und zu verbinden.
- Das Denken ist von mir abhängig, ohne mein Zutun kann es sich nicht abspielen.
- Indem ich denke, füge ich einem Vorgang, der sich ohne mich abspielt, einen zweiten hinzu.
- Den Gegenständen sind die Begriffe nicht mitgegeben.
- Wir fühlen uns fortwährend gezwungen, zu gegebenen Vorgängen, Begriffe und Begriffsverbindungen zu suchen.
- Das Denken kann sich mit der Beobachtung verbinden.
- Beobachtung und Denken sind Ausgangspunkte für alles geistige Streben des Menschen – und der Urgegensatz.
- ABER: Wir lernen das Denken durch Beobachtung kennen, das Denken kann ein Beobachtungsgegenstand werden, wie andere Gegenstände auch.
- ABER: Die Beobachtung des Denkens ist  eine Art Ausnahmezustand, denn ich kann das Denken nie beobachten, während es sich gerade vollzieht, während es auf einen Denkgegenstand gerichtet ist, und das ich es immer.
- Der Denkende vergisst das Denken, während er es ausübt, das Denken ist das unbeobachtete Element unseres Geisteslebens.
- Warum ist das so? Warum bildet das Denken eine Ausnahme? Weil es auf unserer eigenen Tätigkeit beruht, weil wir es selbst hervorbringen. Ich kann mein gegenwärtiges Denken nie beobachten, wohl aber vergangene Denkprozesse. Zwei Dinge vertragen sich nicht: tätiges Hervorbringen und beschauliches Gegenüberstellen.
- ABER:... 
.

Samstag, 13. Februar 2010

Zahlkarte




Mit dieser Zahlkarte konnte man wohl damals die "Individualität" direkt bei Willy Storrer bezahlen.
Ich lege sie der Zeitschrift bei.

Sonntag, 31. Januar 2010

Die wissenschaftliche Forschung ist nur eine Form der religiösen Kontemplation

Der letzte Newsletter des Hamburger Priesterseminars enthielt diesen schönen Text von Simone Weil:
„Wie sollte der menschliche Geist sich auf etwas anderes richten, als auf Geistiges? Hierin liegt eine in der Erkenntnistheorie derart bekannte Schwierigkeit, dass man darauf verzichtet, sie in Betracht zu ziehen, und sie wie einen Gemeinplatz beiseitelässt. Aber es gibt eine Antwort darauf. Diese nämlich, dass der Gegenstand des menschlichen Geistes selber Geist ist. Das Ziel des Gelehrten ist die Vereinigung seines eigenen Geistes mit der dem Weltall eingeprägten geheimnisvollen Weisheit. Wie also könnte es zwischen dem Geist der Wissenschaft und dem der Religion einen Gegensatz oder gar eine Trennung geben? Die wissenschaftliche Forschung ist nur eine Form der religiösen Kontemplation." (Aus: Die Einwurzelung 1942/43)


. 

Suche nach einem bestimmten Buch - existiert es überhaupt?

Diese Anfrage schickte ich kürzlich an einige anthroposophische Verlage, ans Archiv und an Antiquare. Ich bekam auch einige weiterführende Antworten, aber vielleicht hat ja der eine oder die andere auch auf diesem Wege noch Ideen dazu:

"Guten Morgen,
ich suche - angeregt durch die Information einer Bekannten - ein bestimmtes Buch, dessen Verfasser und Titel ich leider nicht kenne, und habe die Hoffnung, dass es Ihnen unter Umständen bekannt sein könnte. Meine Bekannte erzählte, es gäbe eine Ausarbeitung, die sicher schon älter als 20 Jahre sei: Jemand habe sich die Mühe gemacht alle Stellen bei Rudolf Steiner herauszusuchen und zu dokumentieren, in denen es darum ging, welche Aufgaben die Menschen heute zu ergreifen hätten. Längere Ausführungen Rudolf Steiners darüber, sowie kurze Hinweise von ihm, seien darin ausführlich gesammelt worden. Die Aufgaben-Sammlung sei thematisch nicht begrenzt auf ein Sachgebiet, sondern erstrecke sich über alle Lebensbereiche. Leider habe ich gar keine weiterführenden Informationen zu dem Buch. Ich wäre sehr dankbar, zu erfahren, ob Ihnen ein solcher Titel bekannt ist!
Vielen Dank für die Mühe
Herzliche Grüße
Ruth Jäger"

Die meisten Antworten, die ich bekam bezogen sich auf den Titel: "Anna-Katharina Dehmelt: Das Ende des 20. Jahrhunderts im Werk Rudolf Steiners". Ich hab´s nun bestellt und werd mal reinschauen! 
.

Sonntag, 17. Januar 2010

Im Ungeborgenen geborgen - Picasso

Ich suche nicht – ich finde.
Suchen, das ist Ausgehen von alten
Beständen und ein Finden-Wollen
von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden, das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung.
Alte Wege sind offen
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Abenteuer – ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen -
die in die Ungewissheit geführt werden –
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht,
menschlich beschränkt und eingeengt,
das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis
im Aussen und Innen: das ist das Wesenhafte
des modernen Menschen, der in aller Angst
des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins
im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

Pablo Picasso (1881 – 1973)
----------------------------------------
Buchsuche bei Amazon:

.