Sonntag, 31. Januar 2010

Die wissenschaftliche Forschung ist nur eine Form der religiösen Kontemplation

Der letzte Newsletter des Hamburger Priesterseminars enthielt diesen schönen Text von Simone Weil:
„Wie sollte der menschliche Geist sich auf etwas anderes richten, als auf Geistiges? Hierin liegt eine in der Erkenntnistheorie derart bekannte Schwierigkeit, dass man darauf verzichtet, sie in Betracht zu ziehen, und sie wie einen Gemeinplatz beiseitelässt. Aber es gibt eine Antwort darauf. Diese nämlich, dass der Gegenstand des menschlichen Geistes selber Geist ist. Das Ziel des Gelehrten ist die Vereinigung seines eigenen Geistes mit der dem Weltall eingeprägten geheimnisvollen Weisheit. Wie also könnte es zwischen dem Geist der Wissenschaft und dem der Religion einen Gegensatz oder gar eine Trennung geben? Die wissenschaftliche Forschung ist nur eine Form der religiösen Kontemplation." (Aus: Die Einwurzelung 1942/43)


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