Sonntag, 17. Januar 2010

Im Ungeborgenen geborgen - Picasso

Ich suche nicht – ich finde.
Suchen, das ist Ausgehen von alten
Beständen und ein Finden-Wollen
von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden, das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung.
Alte Wege sind offen
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Abenteuer – ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen -
die in die Ungewissheit geführt werden –
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht,
menschlich beschränkt und eingeengt,
das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis
im Aussen und Innen: das ist das Wesenhafte
des modernen Menschen, der in aller Angst
des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins
im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

Pablo Picasso (1881 – 1973)
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Kommentare:

  1. Danke, ich finde das Gedicht superschön.. ich habs auch mal bei mir im Blog reingestellt. Das war im Januar letzten Jahres. Danke für diese Erinnerung.

    Liebe Grüße
    JANET

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  2. Ja, es ist wirklich schön. Ich habs Silvester zum ersten Mal gehört und jetzt den ganzen Text ergoogelt.
    LG

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