Freitag, 26. März 2010

Christus in mir

Christus in mir,
Christus vor mir,
Christus hinter mir,
Christus in mir,
Christus unter mir,
Christus über mir.

Aus: Maria Schindler - Columban.





Bild mit freundlicher Genehmigung
von Jörg Länger www.Laenger.com
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Samstag, 20. März 2010

Anthro-Link-Tipp: Enzyklopädie zu Schriften und Vorträgen Rudolf Steiners

Seit September 2009 ist laut Anthrolexus diese neue Computer-Version der Enzyklopädie, als Vorstufe für eine gedruckte Neuauflage des Werkes von Urs Schwendener in doppelter Größe online.
Die alphabetische Themen- und Stichwortliste liefert von A - "Entwurf einer Eurythmiefigur des Lautes A" über K - "Kommunismus im alten China" bis Z - "Zyklopenauge" eine unglaubliche Fülle an Inhalten und Zitaten der Schriften und Vorträge Rudolf Steiners. Es ist eine reine Freude dort rumzustöbern!
Die erste Ausgabe des Werks war erschienen als "Anthroposophie, die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners : Lexikalische Zusammenstellung des Gesamtwerkes von Rudolf Steiner, editiert und illustriert von Urs Schwendener. 14 Bände (ca. 6600 Seiten) Verlag Freunde geisteswissenschaftlicher Studien", ist aber wohl nicht mehr erhältlich. Dann und wann findet man bei ebay jedoch noch die CD-Rom im Angebot.

Donnerstag, 18. März 2010

Mein Glaube

Ich glaube, dass die schöne Welt regiere
Ein hoher, weiser, nie begriff'ner Geist,
Ich glaube, dass Anbetung ihm gebühre,
Doch weiß ich nicht, wie man ihn würdig preist.

Nicht glaub' ich, dass der Dogmen blinder Glaube
Dem Höchsten würdige Verehrung sei,
Er bildet uns ja, das Geschöpf im Staube,
Vom Irrtum nicht und nicht von Fehlern frei.

D'rum glaub' ich nicht, dass vor dem Gott der Welten
Des Talmud und des Alkoran
Bekenner weniger als Christen gelten;
Verschieden zwar, doch alle beten an!

Ich glaube nicht, wenn wir vom Irrwahn hören,
Der Christenglaube mache nur allein
Uns selig! wenn die Finsterlinge lehren:
"Verdammt muss der Andersdenker sein!"

Das hat der Weise, der einst seine Lehre
Mit dem Tod besiegelt, nie gelehrt;
Das hat fürwahr - dem Herrlichen sei Ehre -
Kein Jünger je aus seinem Mund gehört!

Er lehrte Schonung, Sanftmut, Duldung üben,
Verfolgung war des Hohen Lehre fern;
Er lehrt' ohn' Unterschied die Menschen lieben,
Verzieh dem Schwachen und dem Feinde gern.

Ich glaube an des Geistes Auferstehen,
Dass, wenn dereinst das matte Auge bricht,
Geläuterter wir dort uns wiedersehen,
Ich glaub' und hoff' es! doch ich weiß es nicht.

Dort, glaube ich, werd' ich die Sehnsucht stillen,
Die hier das Herz oft foltert und verzehrt,
Die Wahrheit, glaub' ich, wird sich dann enthüllen
Dem Geiste dort, dem hier ein Schleier wehrt. ?

Ich glaube, dass für dieses Erdenleben,
Glaub's zuversichtlich, trotz der Deutlerzunft,
Zwei schöne Güter mir der Herr gegeben,
Das eine Herz, das andere heißt Vernunft.

Die letzt're lehrt mich prüfen und entscheiden,
Was ich für Recht und Pflicht erkennen soll,
Laut schlägt das Erst're bei des Bruders Freuden,
Nicht minder, wenn er leidet, warm und voll!

So will ich denn mit regem Eifer üben,
Was ich für Wahrheit und für Recht erkannt,
Will brüderlich die Menschen alle lieben,
Am Belt, am Hudson und am Ganges-Strand.

Ihr Leid zu mildern und ihr Wohl zu mehren
Sei jederzeit mein herzlichster Beruf,
Durch Taten glaub' ich würdig zu verehren
Den hohen Geist, der mich und sie erschuf.

Und tret' ich dann einst aus des Grabes Tiefen
Hin vor des Weltenrichters Angesicht,
So wird er meine Taten strenge prüfen,
Doch meinen Glauben? Nein, das glaub' ich nicht!
(Ignaz Heinrich Freiherr von Wessenberg 1774-1860)

Dies "Glaubensbekenntnis" sah ich als gerahmtes Bild in der Wohnung einer christlichen Jüdin, die den Nationalsozialismus nur lebend überstand, weil sie in einer "privilegierten Mischehe" lebte. Die Menschenliebe, die aus diesen Zeilen spricht und der versöhnliche Ton sind für mich unglaublich berührend.

Der Verfasser Wessenberg war offenbar ein katholischer Geistlicher, der wegen seiner freiheitlichen Gesinnung, seiner Ämter enthoben wurde.
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Montag, 8. März 2010

Artikel 10 zur "Philosophie der Freiheit"

Im weiteren Verlauf nimmt das 3. Kapitel dann eine Wendung: Die Beobachtung des Denkens ist doch möglich - und sie ist sogar die wichtigste Beobachtung, die wir überhaupt machen können: 
- Jeder normal organisierte Mensch hat die Fähigkeit das Denken zu beobachten.
- Dies ist die allerwichtigste Beobachtung, die er machen kann und damit ist ein fester Punkt gewonnen.
- Wir erkennen das Denken unmittelbarer und intimer als jeden anderen Prozess in der Welt, gerade weil wir es selbst hervorbringen
- In meinem Denken erfasse ich mich in meiner ureigensten Tätigkeit.
- „Wenn ich aber mein Denken betrachte, so ist kein solches unberücksichtigtes Element vorhanden. Denn was jetzt im Hintergrunde schwebt, ist selbst wieder nur das Denken. Der beobachtete Gegenstand ist qualitativ derselbe wie die Tätigkeit, die sich auf ihn richtet. Und das ist wieder eine charakteristische Eigentümlichkeit des Denkens. Wenn wir es zum Betrachtungsobjekt machen, sehen wir uns nicht gezwungen, dies mit Hilfe eines Qualitativ-Verschiedenen zu tun, sondern wir können in demselben Element verbleiben.“
Das heißt also in der Beobachtung des Denkens wird das Beobachten ein Denken. Beides (vorher als Urgegensatz bezeichnet) fällt in eins zusammen!
- Man entschlüpft dem Denken nicht. Beim Betrachten des Denkens, komme ich aus ihm nicht heraus. 
Und als drittes ist dann noch das ICH mit im Bunde (-eine Art Dreieinigkeit):
- Das „Ich“ selbst ist es, das im Denken drinnen stehend seine Tätigkeit beobachtet. Das „Ich“ steht nicht außerhalb des Denkens.
- Das Denken ist das im „Ich“ selbst als überschaubare Tätigkeit hervorgebrachte. Dies kann man einfach beobachten.  
- Nur in der Betätigung des Denkens weiß sich das „Ich“ bis in alle Verzweigungen der Tätigkeit  mit dem Tätigen als ein Wesen. Bei keiner anderen Seelentätigkeit ist dies restlos der Fall.
- „Mein Suchen kommt erst auf einen festen Grund, wenn ich ein Objekt finde, bei dem ich den Sinn seines Daseins aus ihm selbst schöpfen kann. Das bin ich aber selbst als Denkender, denn ich gebe meinem Dasein den bestimmten, in sich beruhenden Inhalt der denkenden Tätigkeit.“
Zum Verständnis dieses Verhältnisses müssen wir die Theorie von "Subjekt und Objekt" bereits überwunden haben. 
- Wir müssen erst das Denken ganz neutral, ohne Beziehung auf ein denkendes Subjekt oder ein gedachtes Objekt betrachten. Denn in Subjekt und Objekt haben wir bereits Begriffe, die durch das Denken gebildet sind. 
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Freitag, 5. März 2010

Selbstgemachte Weltgeschichte auf einen Blick

Was man in Büchern alles so findet: Eine sogenannte "Synchron-Schautabelle" zum Selbst-Eintragen der historischen Ereignisse. Letzter Eintrag: 1940.

 

 

Hier übrigens unser Buchangebot aus dem Gebiet GESCHICHTE
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Mittwoch, 3. März 2010

Artikel 9 zur "Philosophie der Freiheit"

Im dritten Kapitel beginnt Steiner das Verhältnis von Beobachtung und Denken zu beschreiben: Unseren Beobachtungsgegenständen fügen wir denkend Begriffe hinzu, um Zusammenhänge herzustellen, oder - einfacher ausgedrückt - um Zusammenhänge zu verstehen. Bei diesem Vorgang ist die Beobachtung das uns Gegebene, sie kommt quasi „von Außen“ an uns heran, ohne das wir aktiv werden müssen. (Natürlich ist die Bezeichnung „von Außen“ insofern falsch, als dass auch Empfindungen, Phantasiegebilde, Vorstellungen... die ja von innen aufsteigen, zur Beobachtung zählen. Die Bezeichnung will nur verdeutlichen, dass etwas wie an einen Innenraum herantritt.)  Das Denken dagegen entspringt unserer eigenen Tätigkeit, ist unser Eigenstes. Das Verhältnis von Beobachtung und Denken ist eine „Urzweiheit“.

Vielleicht macht es Sinn Steiners Beschreibungen, des Denkens einmal nebeneinander zu stellen, und zwar im Hinblick auf das, was uns auf den ersten Blick als widersprüchlich erscheinen muss:

- Das Denken hat den Zweck Begriffe zu bilden und zu verbinden.
- Das Denken ist von mir abhängig, ohne mein Zutun kann es sich nicht abspielen.
- Indem ich denke, füge ich einem Vorgang, der sich ohne mich abspielt, einen zweiten hinzu.
- Den Gegenständen sind die Begriffe nicht mitgegeben.
- Wir fühlen uns fortwährend gezwungen, zu gegebenen Vorgängen, Begriffe und Begriffsverbindungen zu suchen.
- Das Denken kann sich mit der Beobachtung verbinden.
- Beobachtung und Denken sind Ausgangspunkte für alles geistige Streben des Menschen – und der Urgegensatz.
- ABER: Wir lernen das Denken durch Beobachtung kennen, das Denken kann ein Beobachtungsgegenstand werden, wie andere Gegenstände auch.
- ABER: Die Beobachtung des Denkens ist  eine Art Ausnahmezustand, denn ich kann das Denken nie beobachten, während es sich gerade vollzieht, während es auf einen Denkgegenstand gerichtet ist, und das ich es immer.
- Der Denkende vergisst das Denken, während er es ausübt, das Denken ist das unbeobachtete Element unseres Geisteslebens.
- Warum ist das so? Warum bildet das Denken eine Ausnahme? Weil es auf unserer eigenen Tätigkeit beruht, weil wir es selbst hervorbringen. Ich kann mein gegenwärtiges Denken nie beobachten, wohl aber vergangene Denkprozesse. Zwei Dinge vertragen sich nicht: tätiges Hervorbringen und beschauliches Gegenüberstellen.
- ABER:... 
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