Sonntag, 31. Januar 2010

Die wissenschaftliche Forschung ist nur eine Form der religiösen Kontemplation

Der letzte Newsletter des Hamburger Priesterseminars enthielt diesen schönen Text von Simone Weil:
„Wie sollte der menschliche Geist sich auf etwas anderes richten, als auf Geistiges? Hierin liegt eine in der Erkenntnistheorie derart bekannte Schwierigkeit, dass man darauf verzichtet, sie in Betracht zu ziehen, und sie wie einen Gemeinplatz beiseitelässt. Aber es gibt eine Antwort darauf. Diese nämlich, dass der Gegenstand des menschlichen Geistes selber Geist ist. Das Ziel des Gelehrten ist die Vereinigung seines eigenen Geistes mit der dem Weltall eingeprägten geheimnisvollen Weisheit. Wie also könnte es zwischen dem Geist der Wissenschaft und dem der Religion einen Gegensatz oder gar eine Trennung geben? Die wissenschaftliche Forschung ist nur eine Form der religiösen Kontemplation." (Aus: Die Einwurzelung 1942/43)


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Suche nach einem bestimmten Buch - existiert es überhaupt?

Diese Anfrage schickte ich kürzlich an einige anthroposophische Verlage, ans Archiv und an Antiquare. Ich bekam auch einige weiterführende Antworten, aber vielleicht hat ja der eine oder die andere auch auf diesem Wege noch Ideen dazu:

"Guten Morgen,
ich suche - angeregt durch die Information einer Bekannten - ein bestimmtes Buch, dessen Verfasser und Titel ich leider nicht kenne, und habe die Hoffnung, dass es Ihnen unter Umständen bekannt sein könnte. Meine Bekannte erzählte, es gäbe eine Ausarbeitung, die sicher schon älter als 20 Jahre sei: Jemand habe sich die Mühe gemacht alle Stellen bei Rudolf Steiner herauszusuchen und zu dokumentieren, in denen es darum ging, welche Aufgaben die Menschen heute zu ergreifen hätten. Längere Ausführungen Rudolf Steiners darüber, sowie kurze Hinweise von ihm, seien darin ausführlich gesammelt worden. Die Aufgaben-Sammlung sei thematisch nicht begrenzt auf ein Sachgebiet, sondern erstrecke sich über alle Lebensbereiche. Leider habe ich gar keine weiterführenden Informationen zu dem Buch. Ich wäre sehr dankbar, zu erfahren, ob Ihnen ein solcher Titel bekannt ist!
Vielen Dank für die Mühe
Herzliche Grüße
Ruth Jäger"

Die meisten Antworten, die ich bekam bezogen sich auf den Titel: "Anna-Katharina Dehmelt: Das Ende des 20. Jahrhunderts im Werk Rudolf Steiners". Ich hab´s nun bestellt und werd mal reinschauen! 
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Sonntag, 17. Januar 2010

Im Ungeborgenen geborgen - Picasso

Ich suche nicht – ich finde.
Suchen, das ist Ausgehen von alten
Beständen und ein Finden-Wollen
von bereits Bekanntem im Neuen.
Finden, das ist das völlig Neue!
Das Neue auch in der Bewegung.
Alte Wege sind offen
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Abenteuer – ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen -
die in die Ungewissheit geführt werden –
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht,
menschlich beschränkt und eingeengt,
das Ziel bestimmen.
Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis
im Aussen und Innen: das ist das Wesenhafte
des modernen Menschen, der in aller Angst
des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins
im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

Pablo Picasso (1881 – 1973)
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